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Anleitung zur Inbetriebnahme im Inselbetrieb

D-Cube-H125 / H261 + Solis 125K — Off-Grid / Notstrom / Generator / Parallelbetrieb

Dokumentversion: V1.0 (2026-08-26) Geltungsbereich: BESS-Auswahl / Angebotserstellung / Projektabwicklung für EU-Off-Grid- und Backup-Szenarien mit Generator Hybridwechselrichter: Solis S6-EH3P125K10-NV-YD-H (125 kW)

1. Drei Off-Grid-Anwendungsmodi

Modus Auslösebedingung Hauptstromquelle Backup-Stromquelle
Backup (Netz-Speicher-Wechselbetrieb) Netzausfall Batterie → PV → Generator —
Off-Grid (vollständig netzunabhängig) Kein Netz PV + Batterie + Generator Alle
Hybrider Netzparallelbetrieb (Standardbetrieb) Netz normal PV → Batterie / Last / Netz Batterie + Generator

2. Backup-Ausgang — 125 kW Dauerleistung + Umschaltung < 10 ms

2.1 Wesentliche Fakten

  • 125 kW ist die Dauerleistung, nicht die Spitzenleistung
  • Umschaltung in < 10 ms nach G99 Typ B zertifiziert (TÜV SÜD Bericht 704092514279-00)

2.2 125K Backup-Parameter

Parameter Wert
Nennausgangsleistung Backup 125 kW
Nennausgangsstrom Backup (380 V) 189,9 A
Nennausgangsstrom Backup (400 V) 180,4 A
Nennausgangsspannung 3/N/PE, 230 V / 400 V
THDv (bei linearer Last) < 2 %
Backup-Umschaltzeit < 10 ms
Maximale Unsymmetrie zwischen den Phasen 100 %
Maximale einphasige Leistung 41,66 kW
Spitzenüberlast (Top-Kurve) 1,2× 100 s / 1,4× 10 s / 1,6× 200 ms
Frequenz 50 Hz / 60 Hz optional

2.3 Detaillierte Beschreibung der Umschaltzeit

  • Netzparallel → Inselbetrieb (Netzausfall): < 10 ms (automatisch)
  • Inselbetrieb → Netzparallel (Netzwiederkehr): Es muss auf die Synchronisation gewartet werden, nachdem V/f stabil ist (ca. mehrere zehn Sekunden, abhängig von der Netzstabilität)
  • PV → Batterie: Interne DC-Bus-Umschaltung, ohne Unterbrechung
  • Generator → Batterie: Wird durch den SOC-Schwellenwert gesteuert, siehe §7

3. Überlastkurve

3.1 Überlastfähigkeit von 125K

Überlaststufe 125K Abklingfaktor
1,2 × (= 150 kW) 100 s 6-fach verkürzt
1,4 × (= 175 kW) 10 s 10-fach verkürzt
1,6 × (= 200 kW) 200 ms 50-fach verkürzt

3.2 Konstruktionsfolgen

  • ❌ Der Kunde startet eine 200-kW-Motorlast, ein einzelnes 125K-Gerät löst aus (selbst bei 10 s)
  • ❌ Alarm Over-Load oder OV-ILLC (Benutzerhandbuch S. 78, 81)
  • ✅ 125K startet eine 200-kW-Blockierlast → es müssen 2 Geräte aufgeteilt werden

3.3 Designreserve für kritische Anwendungsszenarien

Lasttyp Anlaufstoß 125K Designreserve
Resistiv (Elektroheizung, Glühlampe) 1,0 × ✅ Ausreichend
Motor-Sanftanlauf (VFD) 1,2–1,4 × / 5–10 s ✅ OK
Motor-Direktanlauf (DOL) 5–7 × Blockierung ❌ VFD erforderlich oder Demontage
Großtransformator-Einschaltstrom 8–12 × / 100–200 ms ⚠️ 1,6×/200 ms des 125K möglicherweise nicht ausreichend, Vor-Ort-Messung nötig
UPS / PSU Kondensatorladung 2–3 × / 50–200 ms ❌ Nicht unterstützt (> 1,6×)
Schweißanlagen 2–5 × ❌ Nicht unterstützt
Wärmepumpe (Verdichteranlauf) 3–5 × / 200 ms ⚠️ Vorsicht, phasenversetzter Anlauf erforderlich

4. Schwarzstart-Matrix

4.1 Vergleich der 5 Startquellen

Startquelle Schwarzstart-Unterstützung Bedingungen
PV + Batterie ✅ Empfohlen Standard-Sequenz für Eigenverbrauch
Nur Batterie (ohne PV) ✅ SOC ≥ 5–10 % (vom Batteriehersteller definiert)
Nur PV (ohne Batterie) ✅ Funktion „Nur-PV-Lastbetrieb“ aktivieren
Nur Generator (ohne PV, ohne Batterie) ✅ Generator zuerst starten und stabilisieren, Wechselrichter synchronisieren
Generator + Batterie ✅ Am stabilsten Am stabilsten für den britischen Winter

5. Betriebsregeln für den Inselbetriebsmodus

5.1 Benutzerhandbuch

  1. PV-Leistungsfluss-Priorität: Last > Batterie (keine Einspeisung ins Netz)
  2. PV > Last + Batterieladekapazität: Der Wechselrichter regelt die PV-Leistung hart ab (MPPT direkt begrenzt, nicht wie bei AC-gekoppelten Wechselrichtern über Frequenzverschiebung-Derating)
  3. AC-gekoppelter PV-Wechselrichter (falls vorhanden): muss als "AC-gekoppelt"-Modus konfiguriert sein + Frequenzabschaltwert > Solis Überfrequenzschwelle

5.2 Einstellung der Überfrequenzschwelle (50 Hz Netz)

Einstellung Bereich Standard
Überfrequenzabschaltung 50,1 – 54 Hz 51,5 Hz (typisch)
Unterfrequenzabschaltung 46 – 49,9 Hz 47,5 Hz (typisch)
  • Warum dies wichtig ist: Wenn ein AC-gekoppelter PV-Wechselrichter im Inselbetrieb nicht in den „AC-Coupling"-Modus versetzt wird, kann er mit dem Solis einen Frequenz-Regelkreis bilden, was zu gegenseitigen Störungen zwischen den Wechselrichtern und letztendlich zum Systemzusammenbruch führt.

5.3 Beispiel für die Leistungsbilanz im Inselbetrieb

Angenommene Konfiguration des H125-Schranks:

  • Batteriekapazität: 261 kWh × 95 % DoD = 247,95 kWh verfügbar
  • Durchschnittliche Last: 50 kW (tagsüber) / 80 kW (nachts)
  • PV-Spitzenleistung: 100 kWp (ein einzelner Wechselrichter unterstützt maximal 250 kWp)
  • Maximale Batterieentladung: 125 kW (ein einzelnes Gerät)

Typischer Energiefluss an einem Tag:

Zeitraum PV (kW) Last (kW) Batterie (kW) Generator (kW)
06:00–08:00 (früher Morgen) 0 50 +50 (Entladung) Aus
08:00–12:00 (Vormittag) 30–100 60 -30 → +20 (Ladung) Aus
12:00–14:00 (Mittag) 100 70 -30 → +20 (Ladung) Aus
14:00–18:00 (Nachmittag) 30–100 70 -20 → +30 (Ladung→Entladung) Aus
18:00–22:00 (Abend) 0 80 +80 (Entladung) Aus
22:00–06:00 (Nacht) 0 50 +50 (Entladung) Aus bei SOC > 30 %
Extremtag (SOC < 20 %) – – +80 +80 (Start)

6. Hardlimit für Schwarzstart

6.1 Vier Arten von Inselnetz-Startdesigns, die unbedingt vermieden werden müssen

❌ 1. Kein Schwarzstart bei 100 % Motorlast

  • Gleiches gilt für die Überlastkurve im Backup-Modus
  • 125K kann keinen blockierten 200-kW-Verbraucher aus dem Stand starten
  • Design: Großmotoren mit VFD betreiben oder zwei 125K-Geräte aufteilen

❌ 2. Kein integrierter Transformator

  • Solis 125K erzeugt 230/400 V direkt aus dem Gleichstrom-Zwischenkreis der Batterie über IGBT
  • Kein Ausgang über Trenntransformator
  • Empfindliche Verbraucher (große USV / medizinische Geräte) benötigen einen externen Trenntransformator

❌ 3. Reiner PV-Schwarzstart ohne Batterie

  • Nicht unterstützt (siehe §4)
  • Unbedingt Batterie oder Ersatzgenerator konfigurieren

❌ 4. Schwarzstart eines Einzelgeräts (Parallel-Szenario)

  • Bei Parallelschaltung mehrerer Geräte muss zuerst der Master hochgefahren werden, anschließend die Slaves in der vorgegebenen Reihenfolge (Benutzerhandbuch §3.9.7 S. 35)
  • Slaves führen keine automatische Neuwahl des Masters durch

7. Dieselgenerator-Integration

7.1 Hardware-Schnittstellen

Der Wechselrichter stellt 2 DO + 2 DI potentialfreie Kontakte bereit:

Klemme Pins Richtung Funktion
G-S (Generator-Start) 11, 12 DO (Ausgang) Schließen löst Generator-START aus
G-V (Generator-Ventil / Betrieb) 13, 14 DO (Ausgang) Schließen löst Generator-RUN / Lastübernahme aus
ATS 5, 6 DI (Eingang) Erkennung des externen ATS-Status (Netztrennung / Schließung)
ATS-W 7, 8 DI (Eingang) Erkennung des DC-12-V- / 5-V-Adapter-Netzstatussignals

7.2 Steuerlogik für selbsttätigen Start

Wesentliche Fakten: Der Generator wird durch den Batterie-SOC-Schwellenwert gesteuert, nicht durch den Netzstatus.

Einstellung Bereich Standard Verhalten
Generator ON SOC (Start) 1 – 95 % 20 % (typisch) SOC fällt auf diesen Wert → G-S schließen → Generator starten
Generator OFF SOC (Stopp) 35 – 100 % 80 % (typisch) SOC steigt auf diesen Wert → G-S öffnen → Generator stoppen
Nennleistung des Generators Manuelle Eingabe — Muss der kW-Angabe auf dem Typenschild entsprechen, dient zur Begrenzung des Ladestroms

⚠️ ON SOC muss kleiner als OFF SOC sein (Hysterese); andernfalls schaltet der Generator zyklisch ein und aus. Solis-Mindesthysterese = 15 Prozentpunkte (z. B. ON = 20 %, OFF = 35 %).

Britische Wintertieftemperaturen + Hohe-Last-Szenarien: Eine Hysterese von ≥ 20 % wird empfohlen — andernfalls kann der Generator innerhalb eines Tages 5–10-mal ein- und ausschalten, was den Verschleiß beschleunigt.

7.3 Drei Smart-Port-Modi

Modus Verwendung Auslösebedingung
Generatoreingang Diesel-/Biogas-Generator-Modus SOC-Schwelle löst G-S aus
Intelligente Lastabgabe Ansteuerung intelligenter Lasten (Wärmepumpen, Lastabwurf) PV-Abgabe überschreitet Schwelle (einstellbar)
AC-Kopplung Anschluss an bestehenden netzgekoppelten PV-Wechselrichter (Nachrüstung) Manuell als AC-Kopplung + Frequenzsprung konfiguriert

Typische Mehrfachmodus-Kombination: Generatoreingang + Intelligente Lastabgabe gleichzeitig aktiviert (von Solis unterstützt) – Stromerzeugung im Inselbetrieb, intelligente Lasten zum Ausgleich von PV-Überschuss im Netzbetrieb.

7.4 Auswahlregeln für den Generator

Element Grenzwert Hinweis
Kapazität (Typenschild) Keine harte Obergrenze Smart Port kann größere Kapazitäten aufnehmen
Maximale Wirkleistungsaufnahme 125 kW Harte Obergrenze, Smart Port regelt den Strom
Empfohlener Kapazitätsbereich 25 – 125 kW Herstellerempfehlung
Phasenfolge L1↔L1, L2↔L2, L3↔L3 Verpolung → Alarm + Generator startet nicht
Erdung Generatorchassis unabhängig geerdet + an PE-Schiene des Wechselrichters angeschlossen (nicht an das Wechselrichtergehäuse) Benutzerhandbuch S. 37, ausdrücklich angegeben
Netzschutzschalter Muss während des Generatorbetriebs ausgeschaltet sein (bzw. Fehlerstromschutzschalter) Benutzerhandbuch S. 37, ausdrücklich angegeben
THDv-Kompatibilität < 5 % (Generatorseitig) Solis-Anforderung

7.5 Auswahlmatrix für die Dimensionierung

Lastszenario Empfohlene Generatorleistung Konfiguration
Notstromreserve (50 % Last über 8 h) 50–80 kW ON SOC 30 %, OFF SOC 80 %
Volllast-Dauerbetrieb netzfern (125 kW) 125 kW (harte Obergrenze) ON SOC 20 %, OFF SOC 90 %
Spitzenlastkompensation (Peak Shaving und Valley Filling) 25–50 kW (Tagestalfüllung) ON SOC 50 % (nur bei hohem SOC aktivieren)
Doppelgenerator-Parallelreserve 2 × 100 kW ON SOC 25 %, OFF SOC 85 %
Winterstromversorgung in Großbritannien 25–50 kW + Batterie Batterieschwerpunkt, Generator als Notstrom

8. Signal­kette für Start/Stopp des Generators

8.1 Detaillierter schrittweiser Ablauf

Schritt Aktion
1 Die Batterie-SOC fällt unter die ON-Schwelle (z. B. 20 %)
2 Der Wechselrichter schließt den G-S-DO-Kontakt
3 Der Selbststarts-Eingang des Generators empfängt den Startbefehl
4 Der Generator wird durchgeschleppt, läuft an und erreicht die Nenn-V/f
5 Der Wechselrichter erkennt über den Smart Port mittels ATS-/GV-Rückmeldung einen stabilen Generator
6 Der Wechselrichter synchronisiert sich mit dem Generator und bezieht bis zu 125 kW
7 Überschüssiger PV-Strom (falls vorhanden) reduziert die Generatorlast; PV + Generator laden gemeinsam die Batterie
8 Die Batterie-SOC erreicht die OFF-Schwelle (z. B. 80 %)
9 Der Wechselrichter öffnet den G-S-DO-Kontakt
10 Der Generator schaltet sich nach Ablauf des Abkühlungs-Timers (herstellerspezifisch, üblicherweise 1–5 Minuten) ab
11 Das System kehrt in den reinen Batterie- oder reinen PV-Modus zurück

8.2 Zeitbudget (typisch)

Phase Dauer Kumuliert
1–3: Befehl bis START < 100 ms 100 ms
4: Generator-Anlassdrehung → Stabilisierung 5–30 s 30 s
5: Rückmeldung bis Synchronisation 1–5 s 35 s
6–7: Synchronisation + Lastaufschaltung 1–5 s 40 s
8–10: Aufladung bis OFF + Abkühlung 5–30 min 30 min
11: Rückkehr in den Einzelbatteriebetrieb < 1 s 30 min

Gesamt: SOC fällt auf ON → Generator übernimmt die Last: ca. 40 Sekunden Gesamt: SOC wird auf OFF geladen → Generator stoppt: ca. 5–30 Minuten


9. Mehrfach-Parallelschaltung

9.1 Parallelschaltungsobergrenze

✅ Maximal 10 Solis 125K-Geräte parallel zuschaltbar (Netzbetrieb + Inselbetrieb) 10 × D-Cube-H125/H261 = 1,25 MW AC / 2,61 MWh pro Anlage

Bei mehr als 6 Geräten wird der Solis STS-Schrank empfohlen

9.2 Master-Slave-Konfiguration

Element Master Slave
Anzahl 1 Maximal 9
Funktion Koordiniert die Steuerung von PV / Batterie / Last Empfängt Befehle vom Master
EMS-Schnittstelle Stellt eine einzelne Modbus- / SolisCloud-Schnittstelle bereit Weiterleitung über den Master
HV-Batterie Erforderlich Erforderlich (1:1-Paarung)
Slave ohne Batterie — Nur verwendbar, wenn die Batterie des Masters ausreichend groß ist

9.3 Parallelkommunikation

  • Physikalische Verbindung: P-A, P-B abgeschirmtes CAT5-Kabel
  • Gemeinsam genutzte Informationen:
  • PV-Spannung/-Strom pro MPPT
  • Batterie-SOC / -Leistung
  • Lastanforderung
  • Netzeinspeisung / Strombezug
  • Dispatch-Anweisungen (vom Master)
  • Topologie: Der gesamte Verbund = ein einziges BESS gegenüber dem übergeordneten EMS

9.4 Besondere Überlegungen beim parallelen Inselbetrieb

Punkt Anforderung
Schwarzstart-Reihenfolge Zuerst Master einschalten, dann Slaves der Reihe nach einschalten (Benutzerhandbuch §3.9.7 S. 35)
Kommunikationsreichweite P-A/P-B geschirmtes CAT5 ≤ 100 m (typisch)
Synchronisation Master gibt das Synchronisationstakt-Signal vor
Generator-Anbindung Smart-Port des Masters an G-S/G-V
ATS ATS / ATS-W an Master-DI anschließen
Fehlermodus Master offline → Slave übernimmt nicht automatisch → Anlage stoppt, Master muss vor Ort neu gestartet werden

11. Häufige Konstruktionsfehler

  • ❌ Fehler 1: Motorlast direkt mit den aus der Broschüre stammenden „2× / 200 ms" auslegen

    Korrekt: 125K unterstützt kein 2×, die Obergrenze beträgt 1,6× / 200 ms. Für die Auslegung einer Motorlast von 200 kW müssen zwei 125K-Geräte aufgeteilt oder eine VFD verwendet werden.

  • ❌ Fehler 2: Konfiguration „nur PV ohne Batterie" als Schwarzstartlösung

    Korrekt: Die Steuerplatine des Solis 125K wird über den Batterie-Zwischenkreis versorgt; bei reiner PV ohne Batterie ist kein Start möglich. Es muss eine Batterie oder ein Notstromgenerator vorhanden sein.

  • ❌ Fehler 3: SOC-Schwellwert ON > OFF oder Hysterese < 15 %

    Korrekt: ON muss < OFF sein, die Hysterese ≥ 15 % (Minimum bei Solis). Für den britischen Winter werden ≥ 20 % empfohlen. Andernfalls schaltet der Generator zyklisch ein und aus – 5- bis 10-mal pro Tag, was innerhalb eines halben Jahres zu seinem Ausfall führt.

  • ❌ Fehler 4: Generatorerdung an das Wechselrichtergehäuse anschließen

    Korrekt: Das Benutzerhandbuch S. 37 weist explizit darauf hin – das Generatorchassis ist separat zu erden sowie an die PE-Schiene anzuschließen (nicht an das Wechselrichtergehäuse). Ein falscher Anschluss verursacht Ausgleichsströme und löst das Ansprechen des Fehlerstromschutzschalters aus.

  • ❌ Fehler 5: Netztrennschalter bei laufendem Generator nicht öffnen

    Korrekt: Das Benutzerhandbuch S. 37 weist explizit darauf hin – bei laufendem Generator muss der netzseitige Trennschalter (bzw. Fehlerstromschutzschalter) geöffnet werden. Andernfalls erfolgt eine Rückspeisung in das Netz, was rechtswidrig und ein Sicherheitsrisiko ist.

  • ❌ Fehler 6: AC-gekoppelter PV-Wechselrichter ohne „AC-Kopplung"-Modus

    Korrekt: Wird im Inselnetzbetrieb kein AC-Kopplungsmodus konfiguriert, kann sich mit dem Solis ein Frequenzregelkreis bilden und das System zusammenbrechen. Es müssen die AC-Kopplung sowie eine Frequenzabschaltung > Überfrequenzschwelle des Solis (50,1–54 Hz) eingerichtet werden.

  • ❌ Fehler 7: PV-Auslegung über 250 kWp (einzelnes 125K-Gerät)

    Korrekt: DC/AC > 2,0× wird nicht unterstützt; nur eine Spitzenkappung ist möglich. 250 kWp sind die Obergrenze der Auslegung. Wünscht der Kunde 260 kWp, müssen zwei 125K-Geräte eingesetzt werden.

  • ❌ Fehler 8: Slave-Gerät übernimmt bei Master-Ausfall automatisch

    Korrekt: Fällt der Master aus, übernimmt der Slave nicht automatisch; das System stoppt. Der Master muss vor Ort manuell neu gestartet werden, anschließend werden die Slaves der Reihe nach hochgefahren.

  • ❌ Fehler 9: Überlastkurven des 80K / 100K für den 125K heranziehen

    Korrekt: Die Überlastfähigkeit des 125K ist deutlich geringer als die des 80K / 100K. In den technischen Spezifikationen des Angebots ist zwingend zu differenzieren. Die Marketingaussagen der Broschüre zu „2×" gelten ausschließlich für 75–100K.

  • ❌ Fehler 10: Im Inselnetzbetrieb die gesamte PV-Leistung ins Netz einspeisen

    Korrekt: Im Inselnetzmodus hat PV Vorrang vor der Last vor der Batterie; es erfolgt keine Einspeisung ins Netz (das Netz ist bereits getrennt, eine Einspeisung ist somit auch nicht möglich). Bei Verwendung eines AC-gekoppelten PV-Systems ist eine Frequenzverschiebung zur Koordination erforderlich.

Anhang A: Schlüsselbegriffe

Begriff Definition
Schwarzstart (Black-start) Fähigkeit, das System ohne externe Stromversorgung aus dem Stillstand hochzufahren
Inselbetrieb (Off-grid mode) Betriebsmodus vollständig unabhängig vom Stromnetz
Backup-Modus (Backup mode) Netz-Speicher-Wechselmodus (normalerweise netzparallel, automatische Umschaltung bei Netzausfall)
G-S / G-V Generator-Start / Generator-Ventil (DO-Trockenkontakt)
ATS / ATS-W Eingang der automatischen Umschalteinrichtung
AMF Automatisches Netzausfall-Panel
Smart Port Mehrzweckanschluss des Solis-Wechselrichters (Generator / intelligente Last / AC-Kopplung)
SOC-Schwellenwertsteuerung Start und Stopp des Generators werden durch den Batterie-SOC bestimmt (netzunabhängiger Zustand)
Frequenzverschiebung (Frequency-shift) AC-gekoppelter PV-Wechselrichter regelt die Leistungsabgabe über Frequenzänderungen
VFD Frequenzumrichter (Reduzierung der Anlaufstöße von Motoren)